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    Devil (Debil Re-Release)
Album
2005
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Ärzte-Theme (instrumental)

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Schei├čtyp

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Paul

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Kamelralley

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Frank'n'stein

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El Cattivo

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Claudia hat 'nen Sch├Ąferhund

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Zu sp├Ąt

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Grace Kelly (Richy-Guitar-Version)

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Ärzte-Theme (feat. Axel Knabben)

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Claudia hat 'nen Sch├Ąferhund (vom Unikum Tapesampler)

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F├╝├če vom Tisch

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DEVIL
V├ľ: 21.10.2005

10. Juni 1987: Debil, das erste Album der die ├Ąrzte, wird, 3 Jahre nach seiner Ver├Âffentlichung, in die Liste der jugendgef├Ąhrdenden Medien aufgenommen. Die Texte der Lieder Claudia hat 'nen Sch├Ąferhund und Schlaflied seien "geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren", hei├čt es als Begr├╝ndung. Sie ├╝bten eine "verrohende Wirkung" aus, wiesen auf "deviante Formen geschlechtlicher Befriedigung" hin und entlie├čen den H├Ârer "im Zustand angespannter, latenter Aggressivit├Ąt". Die Indizierung bedeutet, dass die Songs nicht ├Âffentlich aufgef├╝hrt und die Alben weder beworben noch ins Regal gestellt und nur an Personen ├╝ber 18 Jahre verkauft werden d├╝rfen. Jeder, der gegen diese Auflage verst├Â├čt, muss mit rechtlichen Schritten rechnen.
Vom heutigen Standpunkt aus tr├Ągt der Skandal sicher dazu bei, aus dem Ph├Ąnomen die ├Ąrzte den Mythos die ├Ąrzte zu machen. Doch damals bedeutet die Indizierung beinahe das Ende der Band. Manche L├Ąden verbannen kurzerhand alle Platten von die ├Ąrzte aus ihren Auslagen, Konzertveranstalter sind verunsichert und buchen die Band nicht, diverse Medien und Verb├Ąnde schie├čen sich auf die vermeintliche Schmuddeltruppe ein. Wie wir wissen, ging am Ende alles noch mal gut. Aber es war ganz sch├Ân knapp.

30. November 2004: Debil wird aus der Liste der jugendgef├Ąhrdenden Medien gestrichen. Im Gegensatz zu 1987 bemerkt die Beh├Ârde nun die "satirische Form" der Lieder, die von "heutigen Jugendlichen aufgrund deren Medienerfahrung ohne Schwierigkeit als Fiktion eingeordnet werden" k├Ânnen. "Verrohungseffekte" seien nicht zu vermuten. Diese Erkenntnis freut uns sehr, bedeutet sie doch, dass das Album nun wieder ├╝berall und f├╝r jedermann, -frau und -zombie erh├Ąltlich sein wird.

21. Oktober 2005: Es ist so weit: Debil, das Bernsteinzimmer der deutschen Popmusik, kehrt unter dem minimal ver├Ąnderten Titel Devil ins glei├čende Licht der flitzebogengespannten ├ľffentlichkeit zur├╝ck. Nachdem das Album wochenlang von Dutzenden Restaurateuren mit kleinen Pinseln und gro├čen Hacken bearbeitet wurde, ist heute der gro├če D-Day. Die Verpackung noch umweltfreundlicher, die Aufmachung unfangreicher und teuflischer, der Sound genauso wie immer und das alles angereichert mit Bonustracks aus einer l├Ąngst vergessenen Zeit, als man auf Plattencovern Hawaiihemden und Robert-Smith-Tribute-Frisuren trug, Musik auf Vinyl presste und Bassisten noch Sahnie hie├čen.
Denn die Jahre im Untergrund, all die durchwachten N├Ąchte auf dreckigen Matratzen in semi-ansehnlichen Vororten, all die verlorenen Partien Doppelrippskat und die schwieligen, meist ungewaschenen H├Ąnde der Konspiration, durch die dieses Album gewandert ist, haben ihm nichts anhaben k├Ânnen. Der Zahn der Zeit hat seinen Zug verpasst, und so erstrahlt das die ├Ąrzte-Deb├╝t kraftstrotzend und gut aussehend wie am ersten Tag. Nicht umsonst werden hier im AK-47-Takt Bandklassiker abgefeuert wie Paul, El Cattivo, Claudia oder Zu sp├Ąt, das Schuld und S├╝hne der achtziger Jahre, das seit 21 Jahren genauso zu Konzerten von die ├Ąrzte geh├Ârt wie W├Ârter, die sich auf das, was Uhren machen, reimen. Alles, was die ├Ąrzte sp├Ąter so ber├╝hmt, erfolgreich und einzigartig machte, fand auf dem Deb├╝t seinen Anfang. Debil ist der Samen, der im fruchtbaren Scho├č aus Punk, Pop und Berlin-spezifischem Achtziger-Wahnsinn eine paarungswillige Eizelle fand, dort wuchs und gedieh, worauf als Frucht der Lenden die Beste Band der Welt entstieg. Als Devil kehrt das Album nun heim aus dem Reich der Legende, um Zeugnis abzulegen gegen die Wissenden und die Unwissenden gleicherma├čen. Bereiten wir ihm einen geb├╝hrenden Empfang.
Ingo Neumayer

 


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